| Prof.
Dr. Kurt Singer
Univ.-Prof. em. für Pädagogische Psychologie und Schulpädagogik,
Psychoanalytiker
Wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass Herr Prof. Dr. Kurt Singer am 16.9.09 verstorben ist.
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Mit Dir zu leben war eine schöne Zeit
Wir trauern um
Prof. Dr. Kurt Singer
1929 - 2009
Universitätsprofessor für Pädagogik und Pädagogische Psychologie
an der Ludwig-Maximilians-Universität München
Psychoanalytiker, Lehrer, Autor
Wir haben dich sehr geliebt
Ulla Singer
Ursula Singer, Elisabeth Singer, Marlena Singer
Erna Singer, Nicola Wolff, Lore und Stephan Schirz
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Kurt Singer: Berufsfelder und wissenschaftliche Arbeit
Universitäts-Professor em. für Schulpädagogik und pädagogische Psychologie an der Universität München, Lehrerausbildung: Lern- und Unterrichtspsychologie, Lernmotivation, Psychoanalytische Pädagogik, Psychologie der Lehrerpersönlichkeit, Psychosomatik, Friedenspädagogik, Konfliktpsychologie für den Schulalltag...
Davor: Dozent für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der Pädagogischen Hochschule München-Pasing. Praxis des Deutschunterrichts: Lesen und Lesefreude, schriftlicher Ausdruck, Rechtschreiben, Gesprächsführung, Literatur. Allgemeine Unterrichtslehre...
Tiefenpsychologischer Tätigkeitsbereich: Psychotherapie mit Kindern und Erwachsenen. Dozent und Lehranalytiker an der Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie München. Mehrere Jahre Ausbildungsleiter für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Arbeiten über psychisch bedingte Lernstörungen, Lehrer-Schüler-Konflikte...
Beratungsarbeit mit Lehrern. Supervisionsgruppen, Balintgruppen, Selbsterfahrungsgruppen mit Lehrern und Studenten, Einzelsupervision, Kollegiumsberatung. Vorträge an Schulen zur Lehrerfortbildung...
Ursprünglich Lehrer an Volksschulen. Entwicklung neuer Unterrichtsformen in Grund- und Hauptschulen, zum Beispiel Partner- und Kleingruppenarbeit, Kreisgespräch, freies Schreiben, individualisierende Unterrichtsmethoden. Ausbildungslehrer der Pädagogischen Hochschule. Tiefenpsychologische Erziehungshilfe bei Schülern...
Bürgerinitiativ-Arbeit für eine humane Schule: wissenschaftliche Schriften, Appelle, pädagogische Gutachten. Aktivitäten in Friedens- und Umweltbewegung, Friedensgruppen...
Vortragstätigkeit und Seminare für Eltern und Schüler, Konfliktberatung für Schulsprecher, Beratung von Eltern in Erziehungsfragen und Konflikten mit Lehrern...
Schriftstellerische Tätigkeit zu allen Arbeits- und Forschungsthemen, Aufsätze, Broschüren für Eltern, Lehrer und Schüler, 11 Bücher, zuletzt: „Die Schulkatastrophe – Schüler brauchen Lernfreude statt Furcht, Zwang und Auslese“ (erscheint am 4.Februar 2009).
Das Thema der Homepage:
Kinder brauchen eine pädagogische Schule
In ihr können sie ihre persönliche Leistungsfähigkeit
und ihre ganze Person entwickeln. Eine humane Schule
ist die beste Leistungsschule: Unterricht bedeutet nicht
nur Stoffvermittlung, sondern eine helfende Beziehung
von Lehrerinnen und Lehrern zu den Schülern. Schule wird zum Lern-Ort
für Miteinander-Lernen.
Lehrer-sein ist ein helfender Beruf
Diese Definition verändert das Bild des Berufs: Lehrer verstehen
sich als Lernhelfer. Sie helfen den Kindern in
zugewandter pädagogischer Beziehung, Kenntnisse zu erwerben und die Welt zu begreifen.
Durch die individuelle Hilfe beim Lernen erweisen sie den Schülern
besondere Achtsamkeit.
Achtung vor der Individualität des
Kindes
Schule darf sich nicht an der „Logik des Marktes“ orientieren.
Das pädagogische Entwicklungsprinzip steht über dem
Leistungsprinzip. Die Pädagogik der Schule muss die Lebensprobleme
der Jugendlichen so ernst nehmen wie deren Lernprobleme.
Die Würde des Schülers ist unantastbar
Kein Kind darf seelisch verletzt werden, seine Persönlichkeitsrechte
müssen im Unterricht gewahrt werden. Jugendliche dürfen
nicht durch Überforderung, Kränkung und Angst in eine hilflose
Situation geraten, ebenso wenig Lehrerinnen und Lehrer.
In der Schule mehr Demokratie wagen
Schule ist immer noch ein Ort, an dem Demokratie kaum praktiziert wird.
Eltern und Lehrer könnten durch Mitverantwortung
für ein Schulklima der Zusammenarbeit eintreten. Schüler
sind in der Lage, ihr Lernen mitzugestalten, das Lernen zu ihrer Sache zu
machen.
Sozialer
Mut für eine neue Ethik des Zusammenlebens
Kurt Singer bestärkt Lehrerinnen und Lehrer in ihrem pädagogischen
Engagement, unterstützt Eltern wie Schüler darin, Schule zur
pädagogischen Schule zu machen. Dazu müssen sie gegen
den Strom schwimmen: gegen staatlich verordnete Unvernunft und politische
Gleichgültigkeit. Ohne Zivilcourage und sozialen Ungehorsam gibt es keinen Fortschritt
– auch keinen pädagogischen.
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